- Der Bande soll nun der Prozess gemacht werden (Symbolbild).
Leipzig: Mit „Freundschaftsleasing“ über 8 Millionen Euro erbeutet
Mit einer ungewöhnlichen Betrugsmasche hat eine Bande in und um Leipzig offenbar insgesamt mehr als 8 Millionen Euro erbeutet. Sie sollen mit dem betrügerischen Schneeballsystem „Freundschaftsleasing“ kostenlose Leasingfahrzeuge versprochen haben. Tatsächlich wurden jedoch überhöhte, kreditfinanzierte Fahrzeugkäufe vermittelt.
So lief das ab
Zwischen August 2020 und August 2023 soll die Bande 87 gutgläubige Opfer mit der Masche über den Tisch gezogen haben, wie die Staatsanwaltschaft Leipzig am Donnerstag berichtet. „Die Angeschuldigten vermittelten durch Bankkredite finanzierte Fahrzeugkäufe“, so Staatsanwältin Ina Boden. Die Käufer seien durch Mundpropaganda geworben worden. „Sie sollten jeweils zwei hochpreisige Fahrzeuge kaufen und bei zwei unterschiedlichen Banken finanzieren, um dann eines der beiden Fahrzeuge kostenlos nutzen zu können.“
Parallel habe die Firma des Bandenchefs aus Nordrhein-Westfalen mit den Erwerbern Verträge zur Übernahme der vollständigen Kreditraten durch die Firma abgeschlossen. „Was den Banken jedoch verschwiegen wurde.“ Dann wurde behauptet, dass das zweite Fahrzeug als Werbefahrzeug von der Firma genutzt wird und es dadurch steuerliche Vorteile gebe.
Außerdem seien die Kaufpreise für die Fahrzeuge viel zu hoch gewesen. Boden: „So sind teilweise Schrottfahrzeuge nach einem Totalschaden als fahrbereit und nahezu neu `blind´durch die Erwerber gekauft worden.“ Auch Kilometerstände und der Zustand der Fahrzeuge seien „geschönt“ gewesen.
Bandenchef (40) sitzt in U-Haft
Die Staatsanwaltschaft Leipzig hat nach eigenen Angaben ihre Ermittlungen jetzt abgeschlossen und Anklage erhoben. Der Bandenchef (40) sitze mittlerweile in U-Haft, heißt es. Die anderen sechs anderen mutmaßlichen Täter (30 bis 40 Jahre alt) aus der Region Leipzig bisher nicht. Bei allen würde es sich um Deutsche handeln, so Boden auf Nachfrage. Das Landgericht Leipzig muss nun noch über die Zulassung der Anklage entscheiden.
