- Rettungshund Capper. "Für ihn ist das alles ein großes Spiel", so Josephine Hartmann von der Rettungsstaffel Sachsen-Ost.
- Oberbürgermeister Octavian Ursu (li.) informierte sich vor Ort über die Lage. In der Mitte Ordnungsamtsleiter Uwe Restetzki und rechts Bürgermeister Benedikt Hummel
- Sachsens Innenminister tröste einen Angehörigen der beiden vermissten Rumäninnen, ihren Lebensgefährten.
- Anwohner Philipp Skorka zeigt auf seine Wohnung ganz in der Nähe des eingestürzten Hauses: "Es gab einen großen Knall.Ich hörte Frauen und Männer schreien."
Explosion in Görlitz - alle drei Vermissten tot
Traurige Gewissheit in Görlitz: Auch der dritte Vermisste ist tot. Er wurde aus den Trümmern des eingestürzten Wohnhauses geborgen. Es handele sich höchstwahrscheinlich um einen 48-jährigen Mann, sagte uns Polizeisprecher Kay Siebenäuger. Die Angehörigen des Deutsch-Bulgaren in Magdeburg wurden verständigt. Der Tote war im hinteren Teil des eingestürzten Gebäudes entdeckt worden. Die Polizei hat die Untersuchungen zur Todesursache aufgenommen. Es werde in alle Richtungen ermittelt, so Polizeisprecher Kai Siebenäuger.
Am Donnerstagnachmittag war die Leiche einer 26-jährigen Rumänin in den Trümmern gefunden worden und am Mittwochabend ihre ein Jahr jüngere Begleiterin, ebenfalls Rumänin. Beide waren als Touristinnen nach Görlitz gekommen und der Mann als Arbeiter im Auftrag eines Görlitzer Unternehmens.
Damit ist die Vermisstensuche abgeschlossen. Am Montag war ein Haus mit Ferienwohnungen in der Görlitzer Innenstadt nach einer Gasexplosion eingestürzt.
Oberbürgermeister Octavian Ursu drückte den Angehörigen sein Beileid und Mitgefühl aus. Heute war auch die Mutter der 26-Jährigen vor Ort. „Sie war erstaunlich gefasst, hatte eine schlimme Nachricht erwartet.“ Beeindruckt zeigte sich Ursu davon, dass sie sich bei den Helfern mehrmals für die Unterstützung bedankt habe. Ursu – aufgewachsen in Rumänien – stand den Angehörigen der Opfer vermittelnd zur Seite. Zur Stunde wird noch nach dem dritten Verschütteten gesucht – einem 48-jährigen Deutsch-Bulgaren. Das Haus mit den Ferienwohnungen in der Görlitzer Innenstadt war am Montag nach einer Gasexplosion eingestürzt.
Rund 100 Kräfte waren heute Mittag an der Unglücksstelle, darunter auch – und zwar von Anfang an – Rettungshund Capper. Der fast vierjährige Vierbeiner ist unermüdlich bei der Sache. Für ihn sei das Ganze ein Spiel mit Aussicht auf Belohnung, sagte uns Josephine Hartmann von der Rettungshundestaffel Sachsen Ost.
Nicht von Capper, sondern von einem Leichenspürhund wurde gestern Abend eine der drei verschütteten Personen gefunden worden. Es handelt sich laut Polizei um die 25-jährige vermisste Rumänin. Ein Notarzt konnte nur noch ihren Tod feststellen. Die Leiche wurde inzwischen aus den Trümmern geborgen und ihre Angehörigen informiert. Die Kripo hat Ermittlungen aufgenommen.
Innenminister: Hoffnungen, dass wir Menschenleben retten können
Sachsens Innenminister Armin Schuster machte sich am Dienstag ein Bild an der Unglücksstelle. Er sprach von einem tragischen Unglück, das so nicht vorhersehbar gewesen sei. Zugleich lobte Schuster die professionelle Arbeit der Einsatzkräfte und die Unterstützung durch die polnische Feuerwehr. Der Minister wörtlich: „Wir haben immer noch große Hoffnungen, dass wir Menschenleben retten können.“
Glück für zwei Bauarbeiter
Das dreigeschossige Gründerzeithaus an der James-von-Moltke-Straße stürzte gestern am Montag am späten Nachmittag ein. Von insgesamt fünf vermissten Menschen konnten am späten Abend zwei angetroffen werden. „Sie sind wohlauf und befanden sich zum Zeitpunkt des Einsturzes nicht im Haus“, so die Polizei. Die beiden Bauarbeiter wollten in eine der Ferienwohnungen in des eingestürzten Hauses einchecken. Sie hatten auswärts zu Abend gegessen. Das war ihr Glück.
„Das Haus war technisch auf dem Stand, wie es sein musste“
Bei dem eingestürzten Gebäude handelt es sich laut Polizei um ein Mehrfamilienhaus mit Ferienwohnungen der kommunalen Wohnungsgesellschaft Kommwohnen Görlitz. „Das Haus war technisch auf dem Stand, wie es sein musste“, sage Geschäftsführer Arne Myckert. Oberbürgermeister Octavian Ursu machte sich unmittelbar nach der Explosion ein Bild vor Ort. Er sprach von einem offenbar tragischen Unfall. „Es sieht nach einer Gasexplosion aus“, sagte er uns. „Wir sind sehr betroffen.“
Bewohner berichteten von einem lauten Knall. Ein Nachbar sagte uns: „Ich war im hinteren Zimmer. Die Wand kam fünf Zentimeter auf mich zu. Ich dachte, dass auch unser Haus einfällt. Es hat so einen Hieb gegeben.“
Aufgrund der Straßensperrungen um den Unglücksort gelten für die Buslinien B und D bis auf weiteres Umleitungen. Die Görlitzer Verkehrsbetriebe (GVB) teilten mit:
Der B-Bus verkehrt direkt zwischen Demianiplatz und Südausgang via Berliner Straße und bedient dabei die Haltestellen „Postplatz“ (Richtung Rauschwalde ca. '12/'32/'52; Richtung Virchowstraße ca. '8/'28/'48 sowie „Hospitalstraße“ (Richtung Rauschwalde ca. '13/'33/'53; Richtung Virchowstraße ca. '7/'27/'47). Die Haltestellen „Berufsschulzentrum“, „An der Landskronbrauerei“, „Emmerichstraße“ und „Mühlweg“ entfallen. Der D-Bus verkehrt nur bis zum Busbahnhof bzw. setzt erst dort ein Richtung Klingewalde. Die Haltestellen „Bahnhof“, „Schillerstraße“, „Blumenstraße“ und „Hochschule/Stadthalle“ entfallen.












