:: Kulturimpulse vom 21.03.2019
Chemnitz
smac
20.30 Uhr

Wir sind im Bauhausjahr. Damit rückt die Architektur der Moderne in den Blick zahlreicher Veranstaltungen. Aber ist wirklich alles Bauhaus, was wir dafür halten? „Alles Bauhaus?“ lautet der Titel eines Vortrags in Chemnitz. Regina Stephan spricht über Erich Mendelsohn, das Bauhaus und die Architektur der 1920er Jahre. Sie ist Professorin in Mainz und Expertin für eben diese Epoche, insbesondere für den jüdischen Architekten, der das einstige Kaufhaus Schocken geplant hat, in dem heute das Landesarchäologiemuseum untergebracht ist. Hier geht Regina Stephan nun diesen Fragen nach: Was genau ist eigentlich das Bauhaus, und ist Erich Mendelsohn ein Bauhaus-Architekt? Zum 100-jährigen Jubiläum der avantgardistischen Kunstschule in Weimar und Dessau bringt sie Ordnung in das Wirrwarr an neuen, funktionsorientierten und revolutionären Architekturströmungen jener Zeit. Der Vortrag im Archäologiemuseum Chemnitz beginnt um 18 Uhr.

Leipzig
Janik Büroausstattungen (Felsenkellerstraße 1)
20 Uhr

In Leipzig ist gerade Buchmessezeit – begleitend wird daher auch wieder an allen Ecken der Stadt gelesen: beim Lesefestival „Leipzig liest“. Dabei können Sie heute Abend beispielsweise Bekanntschaft mit Lenka Reinerová machen. Die 2008 verstorbene Schriftstellerin galt als letzte deutschsprachige Autorin in Prag. Sie war mit Egon Erwin Kisch, Max Brod und Franz Werfel befreundet. Anlässlich ihres 10. Todestages erscheint nun ihr autobiografisches Buch über die Slánsky-Prozesse von 1952 neu. Bei diesem Prager Schauprozess wurden 14 Mitglieder der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei einer staatsfeindlichen Verschwörung beschuldigt. Lenka Reinerová verarbeitet die Ereignisse in „Alle Farben der Sonne und der Nacht“. Das Buch wurde ursprünglich 2003 in Berlin veröffentlicht. Zur Buchpremiere der Neuausgabe liest heute Verena Noll daraus. Bei Janik Büroausstattungen auf der Felsenkellerstraße in Leipzig. 20 Uhr ist Beginn.

Dresden
JohannStadthalle
19.30 Uhr

„Let’s Fats“ lautet die musikalische Einladung heute in Dresden. Sie kommt von Thomas Stelzer & Friends und führt in die JohannStadthalle. Letztes Jahr haben Thomas Stelzer und seine Musiker eine CD zu Ehren des 2017 verstorbenen Fats Domino aus New Orleans aufgenommen. Darauf finden sich neben Titeln des legendären Pianisten, Sängers und Songwriters auch andere grandiose New-Orleans-Rhythm & Blues-Songs. Thomas Stelzers verleiht allen Liedern mit seiner rauchigen Bluesröhre eine eigene Note. Seine Hommage an Fats Domino ist da keine Ausnahme. 19.30 Uhr startet in der JohannStadthalle der musikalische Ausflug in die Jazzmetropole von Louisiana.
:: Kulturimpulse vom 22.03.2019
Dresden
Kabarett Breschke & Schuch
19.30 Uhr

Das Kabarett Breschke & Schuch in Dresden ist 20 geworden – bis gestern wurde kräftig gefeiert. Das heißt aber nicht, dass heute Katerstimmung und eine kabarettistische Pause angesagt wären. Im Gegenteil: Das Motto lautet „Lieber Maxi als normal“. So heißt nämlich das neue Programm von Maxi Gstettenbauer. Nach „Nerdisch By Nature“ und „Maxipedia“ ist der kellergebräunte Comedy-Nerd weiter zum scharfen Beobachter des Alltags herangewachsen. Normal sein, war nie Maxi Gstettenbauers Fall: keine klassische Ausbildung, kein Studium, auch kein Abitur hat er abgelegt. Was für viele andere Berufe eine Katastrophe wäre, ist für die Comedy offenbar genau richtig. Von der Schule in Niederbayern ging's direkt nach Köln in die Comedy-Welt. Sein Können zeigt Maxi Gstettenbauer heute im Kabarett Breschke & Schuch ab 19.30 Uhr.

Leipzig
Schauspiel
19.30 Uhr

Im Schauspiel Leipzig hat ein Tanzabend Premiere. Für „If you were God“ kooperiert das Theater erneut mit dem Leipziger Ballett – mit dem Ziel, zeitgenössischen Tanzsprachen einen besonderen Raum zu bieten. Der französische Choreograph Martin Harriague hat mit der Leipziger Compagnie drei Arbeiten einstudiert. Alle bewegen sich im Spannungsfeld zwischen göttlicher Schöpfung, Macht und der Virtuosität des menschlichen Körpers. „If you were God“ („Wenn du Gott wärst“) – heute um 19.30 Uhr erstmals am Schauspiel Leipzig.

Chemnitz
Schauspielhaus
19.30 Uhr

Ans Chemnitzer Schauspielhaus führt unser dritter Tipp für heute: Dort kommt ein Klassiker des italienischen Kinos auf die Bühne: „La Strada. Das Lied der Straße“ ist ein Schauspiel nach dem Drehbuch zu Federico Fellinis gleichnamigem Film. Erzählt wird die Geschichte von Gelsomina: Für ein paar Tausend Lire kauft der Jahrmarktsgaukler Zampano das Mädchen seiner Mutter ab – als Assistentin für seine Wandervorstellungen. Vergeblich versucht Gelsomina, mit Zampano, der sie als sein Eigentum betrachtet, ins Gespräch zu kommen. In einem Zirkus lernt sie den Seiltänzer Matto kennen und lieben. Als dieser kurz darauf bei einem Streit von Zampano erschlagen wird, verfällt Gelsomina in tiefe Schwermut. Fellinis berühmter Film sorgte 1954 für einen Skandal, wurde aber in den USA drei Jahre später mit einem Oscar geehrt. Die Poesie der Geschichte bleibt zeitlos, genauso wie die kraftvollen Figuren, die ohne ein Zuhause durch eine unbarmherzige Welt treiben – immer auf der Suche nach etwas Herzenswärme. „La Strada. Das Lied der Straße“ sehen Sie in der Theaterfassung am Schauspielhaus Chemnitz. 19.30 Uhr ist Beginn, und eine halbe Stunde zuvor gibt es für Interessierte eine Einführung.